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Niedersfeld feiert St. Agatha

Niedersfeld feierte auch in diesem Jahr wieder das Patronatsfest am Gedenktag der Heiligen Agatha (5. Feb), der Schutzpatronin der Kirchengemeinde und des Kindergartens. Pfarrer Norbert Lipinski zelebrierte das feierliche Festhochamt und ging in seiner Ansprache auf die Menschen der Gemeinde und des Pastoralverbunds ein, die sich über das gesamte Jahr hinweg für Kirche und Gesellschaft einsetzen. Jeder sei wertvoll für die Gemeinschaft und unverzichtbar für das Gemeindeleben. Lipinski ging auch darauf ein, dass in der heutigen Zeit ein persönliches Engagment in der Kirche längst nicht mehr von jedermann honoriert, oftmals skeptisch betrachtet werde. Umso dankbarer zeigte er sich, dass sich in Niedersfeld immer wieder Menschen fänden, die sich um den kirchlichen und dörflichen Alltag kümmern und besondere Feste gestalten.

Winfried Borgmann ging in seinem Grußwort auf die aktuellen Veränderungen in der Gemeinde und im Erzbistum ein, berichtete über Erreichtes und über die weiteren Pläne, die die Kirchengemeinde in den angezählten Jahren ihres Bestehens noch umsetzen möchte.

Nach dem Blasiussegen feierte die Gemeinde in gemütlicher Runde das Patronatsfest im Josefshaus und nutzte die Gelegenheit, über dies und das zu sprechen und zu fachsimpeln.

Verabschiedung von Mitgliedern des Pfarrgemeinderates und des Kirchenvorstands

Im Rahmen des Empfangs wurden den ehemaligen Mitgliedern des Pfarrgemeinderates sowie des Kirchenvorstands für ihre jahrelange und teils jahrzehntelange Arbeit in den Gremien gedankt.

v.l. Pfarrer Norbert Lipinski, Franz-Josef Steinrücken, Gitta Tuss, Winfried Borgmann, Maria Dohmen, Hildegard Geilen, Heinz Kretzer und Heike Dietrich.

Alle bleiben der Kirchengemeinde aber noch hilreich erhalten und bringen sich in unterschiedlichen Aufgaben in das Gemeindeleben ein. Hierzu wurden bereits unterschiedliche Gemeindeteams gebildet, die sich beispielsweise um Weihnachtsbäume, Krippe, Prozession, Andachten oder auch Feierlichkeiten kümmern.


Grußwort zum Patronatsfest St. Agatha am 5. Februar 2026:

Wir feiern auch in diesem Jahr
die Heilige Sankt Agatha.

Das ist, ich hab’s in der Dorfchronik nachgelesen,
schon vor knapp 250 Jahren so gewesen!

Weil nächste Woche schon Karneval ist,
überlegte ich mir eine besondere List.
Nämlich: die Worte nicht nur mit Bedacht,
sondern so zu sprechen, dass es ein wenig Freude macht.

Ja, Freude steht heute groß im Raum.
Die Kritik an unserer Kirche halte ich im Zaum.

Es gäbe wohl genug zu meckern,
bekanntlich können Hitten diesbezüglich kleckern.

Zum Beispiel über den Bistumsprozess.
Der bedeutet für alle recht viel Stress.
Denn das Ende unserer Gemeinden naht;
Herr Erzbischof läuft bereits fest auf diesem Pfad.

Was einst mühsam als eigene Vikarie begann,
mündete ein paar Jahre später mit einem harten Bann.
Denn der Kölner Kurfürst tadelte uns Niedersfelder,
es ging auch und vor allem um die Grönebacher Gelder.

1799 war es, da brach der Freiheitskrieg im Hilletal aus,
lange hielt man sich aus unseren Wünschen raus,
stimmte einer Abpfarrung partout nicht zu,
und verpflichtete auch den Vikar zur Meinungsruh‘.

Verstöße wurden durch Grönebach nach Köln gerufen,
der Streit erklomm Jahr für Jahr neue Stufen.
Auch nachdem wir zu Paderborn gehörten,
wussten wir, dass auch die sich dran störten,
die Gemeinde als Pfarrei selbständig zu machen.
Sie hielten überhaupt nichts von solchen Sachen.

Hundert Jahre stritt man für die Selbständigkeit,
war stets zum Streit und Kampf bereit,
hat viel gepruckelt und geschrieben,
sich mit Paderborn und Grönebach gerieben.

Und als Vikarie stellte man 1887 die Frage:
Sind wir zum Bau einer Kirche in der Lage?
Die Antwort war, wir sehen es heute,
es packten direkt an, die damaligen Leute.

Erst nach dem Kirchenbau im Jahr 1893 wurden wir eigene Pfarrei,
und nun, nach gut und gerne weiteren hundert Jahren ist es bald vorbei!

Ich fahre mit guten Nachrichten aus der heutigen Zeit fort,
denn davon gibt’s ganz viele in unserem schönen Ort.

Herr: die Ernte ist Groß, aber an Arbeitern mangelt es!
Immer weniger Schultern tragen daher immer mehr Stress.

Was täten wir, wenn es nicht die Ehrenamtlichen machten,
wenn wir auf die großen und kleinen Dinge nicht selber achten?

Die Krippenecke bliebe leer,
wir hätten auch keine Weihnachtsbäume mehr!

Der Schnee um die Kirche, das Gras und die Hecke würden uns umhüllen,
würden sie nicht Schüppen, schneiden und den Salzeimer füllen.

Der Stern der Drei Könige würde verblassen,
den Dreikönigs-Segen würden alle verpassen.

Wir haben dieses Jahr 3.364 Euro Spenden bekommen,
dafür haben die 20 Sternsinger viel auf sich genommen.
Aber sie waren mit Ehrgeiz und Freude dabei,
das Leid der Anderen ist auch ihnen nicht einerlei.

Ohne Ehrenamtler wären viel weniger Blumen im Gotteshaus,
überhaupt sähe es hier nicht so ordentlich aus.

Kleine Reparaturen würden aufgeschoben.
Das Ehrenamt, ja, sie kennen es, die da oben.

Denn das Ehrenamt ist ein Pfeiler für die Bistums-Zukunft,
es genießt allerdings aus der Kirchenverwaltung
nicht immer eine hohe Gunst.

Denn: was war denn da mit den Kirchenwahlen los?
Was dachten sich die Gesetzgeber denn bloß?

Menschen ab 75 sollen nicht mehr wählbar sein,
man ließ sie also nicht mehr in KV und Pfarrei-Rat rein.

Ich weiß nicht, wo der Heilige Geist grad gewesen,
hat er diese unfreundliche Regelung denn nicht gelesen?

Ich find’s Schade, denn es betraf auch unsere Gemeinde.
Mit so einer Regelung findet man heutzutage wenig Freunde!

Das neue Recht in Kirche und Verwaltung
hat auch zum Pfarrgemeinderat eine andere Haltung.
Im vorauseilenden Gehorsam wurde dieser abgeschafft!
Auch das, es tut mir leid, habe ich nicht ganz gerafft.

Und noch was ist uns passiert,
denn das Kirchenvorstandswahlrecht wurde auch kassiert!

Denn zwar ist der KV nun für vier Jahre gewählt,
doch wie gesagt, die Zeit ist gezählt.
Denn mit Auflösung der Gemeinden ist auch der KV obsolet.
Wann genau, und wie konkret,
das wohl noch in den Sternen steht.

Es haben sich bereits Gemeindeteams gefunden,
sie regeln Aktionen in verschiedenen Runden.

Was unser Gotteshaus angeht, sind wir gut aufgestellt.
Hättet ihr gedacht, dass die Innenrenovierung schon 23 Jahre zählt?

In diesem Jahr kommt Farbe an die Außenwand,
wir nehmen auch die Erneuerung der Eingänge in die Hand.

Ein Teil des Kirchendaches ist repariert.
Der sogenannte Glockenmörder wird aussortiert.
Das ist der Hammer, der uns die Stunde schlägt.
Leider zu fest, so dass er die Glocke fast zersägt.

Das Pfarrheim wird noch auf Schadstoffe kontrolliert,
bevor dann der Bagger mit der Schaufel agiert.

Den Kirchenwald haben wir mit neuen Pflanzen versehen,
es ist also zuletzt eine Menge geschehen.

Die kleine Kapelle auf dem Friedhof möchte ich auch noch benennen,
Dorfgemeinschaft und Kirche hatten ein mühsames Rennen,
bis die Pieta eine Behausung erhalten.
Im Mai kam der Segen für Figur und die Balken.

Eine letzte Bemerkung zum Finanzbereich:
wir in St. Agatha sind alles andere als reich.

Denn als wir uns in Niedersfeld von Grönebach befreiten,
ging ein hoher Geldbetrag zu Grönebacher Seiten.
Genau gesagt, waren es 7.425 Mark,
die Summe wäre heutzutage mit rund 70 Tausend Euro ziemlich stark.

Dieses Geld, es fehlt uns bis heute in unserer Kasse,
die Abfindungssumme war damals ne krasse Sache.

Denn trotz Abgesang haben wir noch ein wichtiges Projekt,
was schon einige Jahre auf unserer Tagesordnung steckt.
Gemeinsam mit der Stadt Winterberg wollen wir was realisieren,
doch verschiedene Dinge und Stellen konnten es bisher blockieren.

Denn ein Wunsch, der eine dringende Notwendigkeit ist,
ist ein neuer Kindergarten; denn das alte Gebäude ist wirklich Mist!
Es ist zu klein, zu eng, zu nass,
der Zustand dort ist wirklich krass.

Wir wollen gerne im Kurpark einen neuen erstellen,
doch seit Jahren liegen wir hier in den Knellen.

Wir haben im Rückblick so einiges geschafft,
also sticheln wir weiter mit vereinter Kraft.

Danke

sagen wir heute allen fürs gute Mitmachen,

für stille – für kleine – für unsichtbare Sachen!

Für’s Lesen, für’s Kümmern, für’s Bücher ausleihen,

für’s Spenden, für’s Spielen, für’s Beten, für’s weihen.

Für’n Anstrich, für’s Schrauben, für’s Fegen und Singen,

für‘s küstern, orgeln, schreiben und Nächstenliebe erbringen.

Für’s Altarbauen, lange Sitzungen und den Austausch von Worten,

für’s Helfen, auch mal für’s Backen von leckeren Torten.

Für’s gute Wort, für konstruktive Kritik, für’s Dasein, wenn’s zählt,

auch wenn mal das eine oder andere Thema wirklich quält.

Für die Pflege der Kapellen und Gebetsstätten hier.

Zum Dank für alle Hilfe gibt’s gleich Wein und Bier!

Niedersfeld, St. Agatha 2026

Winfried Borgmann
Geschäftsführender Vorsitzender
Kirchenvorstand St. Agatha Niedersfeld

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