Es knallt jetzt alle 5 Jahre; Schützen haben getagt
Die Niedersfelder St. Hubertus Schützen ehren Mitglieder und beschließen neue Regelung zum Kaiserschiessen
Am vergangenen Freitag hat die St. Hubertus Schützenbruderschaft Niedersfeld ihre Mitglieder zur alljährlichen Jahreshauptversammlung in der vereinseigenen Schützenhalle empfangen. Die gut besuchte Versammlung wurde über die durchweg positiven Ergebnisse des vergangenen Geschäftsjahres unterrichtet, bekamen aber auch einen Eindruck davon, wie viel ehrenamtliche Arbeit im Laufe des Jahres dafür geleistet werden muss. Dafür bedankte sich der 1. Vorsitzende Heiner Schleimer vor allem bei seinen Offizierskollegen, aber auch allen weiteren helfenden Händen, welche nicht dem Schützenvorstand angehören.
Neben weiteren Berichten über Veranstaltungen und Aktivitäten im Jahr 2025, konnte der Hauptvorstand an diesem Abend ebenfalls zehn anwesende Mitglieder für 25 Jahre Vereinstreue ehren.
Im Vorfeld der Versammlung wurde dem Vorstand ein Antrag bzgl. einer Verkürzung der Regentschaftszeit des Kaisers vorgebracht. Vorschlag war den Rhythmus zur Ermittlung eines neuen Kaisers von bisher alle 12/13 Jahre auf 5 Jahre zu verkürzen. Den anwesenden Mitgliedern wurde der Antrag geschildert und im Anschluss kurzerhand per Handzeichen abgestimmt. Mit großer Mehrheit wurde sich für die Änderung entschieden. 3 Stimmen waren dagegen und 6 Stimmen enthielten sich.
Die insgesamt harmonische Versammlung wurde um 20.57 Uhr durch Brudermeister Heiner Schleimer geschlossen. Bedanken möchte sich der Schützenvorstand noch bei Diakon Hans-Joachim Bexkens, welcher kurzfristig den vorangegangenen Wortgottesdienst für den kurzfristig erkrankten Vereins-Präses Rudolf Kretzer übernommen hatte.
Rückblick:
Der Hammelsprung des Jahres 2012
Damals schwankten die Meinungen zwischen einem 12- oder 13-Jahres-Rhythmus und der bisherigen 25-Jahre-Regelung. Nach einer ersten Handzeichen-Abstimmung ohne verwertbares Votum kündigte der stellv. Geschäftsführer Winfried Borgmann an: „Wir machen den Hammelsprung.“ Und nach einigen fragenden Blicken wurden alle Teilnehmer aufgerufen, sich in zwei Gruppen aufzuteilen.
Anfangs zögerten die Abstimmungsteilnehmer ungläubig, aber dann nahm die Befragung Fahrt und es kam richtig Leben in die Versammlung. Laut hörbar wurde jeder Schützenbruder gezählt und so ergab sich ein knappes, aber trotzdem eindeutiges Votum von 44 zu 37 für eine Änderung der Geschäftsordnung. Sieben Schützenbrüder blieben auf ihren Plätzen sitzen und wurden somit als Enthaltung gezählt. Nach 2013 wird es also im Jahr 2025 das nächste Kaiserschießen in Niedersfeld geben.
Mehr Infos zu den Niedersfelder Kaiserpaaren
Was ist der Hammelsprung?
Zugegeben, ein „echter“ Hammelsprung war es damals nicht. Einerseits gibt’s diesen auch nur in den höheren Parlamenten, andererseits verließen die abstimmungsberechtigten Schützenbrüder nicht den Saal und gingen dementsprechend nicht durch eine Ja-Nein-Enthaltung-Tür (siehe folgender Beitrag).
Die Abstimmung bei den Niedersfelder Schützen erfolgte so: Wer für die 12/13-Jahre-Regelung ist, geht auf die linke Seite der Halle, wer für die 5-Jahre-Regelung ist, geht auf die rechte Seite, wer sich enthält, bleibt auf seinem Platz sitzen.
Der „offizielle“ Hammelsprung
Der Hammelsprung ist ein spezielles Abstimmungsverfahren im Deutschen Bundestag und manchen Landesparlamenten.
Ablauf
Bei normalen Abstimmungen per Handzeichen oder Aufstehen/Sitzenbleiben stellt der Sitzungsvorstand die Mehrheit fest. Ist das Ergebnis unklar oder die Beschlussfähigkeit angezweifelt, ordnet er den Hammelsprung an: Alle Abgeordneten verlassen den Plenarsaal, ein Signalton ruft weitere herbei, und sie kehren durch drei Türen ein – markiert mit „Ja“, „Nein“ oder „Enthaltung“. Zwei Schriftführer zählen pro Tür genau.